Notizbuch · Notiz 003 · Inhalt
KI hinterlässt in jeder Sprache andere Spuren
Übersetzt du eine englische Liste mit Wörtern, die nach KI klingen, bleibt eine nutzlose Liste. Deutsche und polnische Lektoren stören sich nicht an denselben Formulierungen.
Gründer, BLN Global · · 6 Min. Lesezeit
Kurze Antwort
Wenn du die englische Liste mit typischen KI-Wörtern übersetzt, erhältst du eine nutzlose Liste. Denn jede Sprache verrät maschinelle Texte anders. Im Deutschen fällt der Satzbau auf, im Arabischen sind es aus Übersetzungen übernommene Präpositionsfehler. Wir haben für neun Sprachen eigene Listen erstellt und 181 Muster in 113 Tausend Wörtern geprüft. Kein Treffer. Eine bestandene Prüfung macht einen Text aber noch nicht gut.
Der Text dieser Seite entstand auf Türkisch und ging in neun Sprachen live. Wir haben ihn nicht übersetzt. Wir haben ihn für jede Sprache neu geschrieben. Der Unterschied zählt, weil Übersetzungsgeruch und KI-Geruch oft im selben Satz stecken.
Die Listen mit KI-Wörtern, die im Netz kursieren, gelten für Englisch: vertiefen, Geflecht, heute soll alles schnell gehen. Diese Liste einfach ins Deutsche zu übersetzen bringt nichts. Deutsche Leser stutzen nicht über ein einzelnes Wort, sondern über Strukturist.
Jede Sprache schwingt anders
Die englische Liste hat längst jeder: vertiefen, Geflecht, ohne Bruch, heute soll alles schnell gehen. Diese Wörter kennt inzwischen jeder. Das Problem: Die Liste gilt nur für Englisch.
Im Deutschen stört den Leser nicht das einzelne Wort Strukturdır: Substantive stapeln, wo Verben hingehören, und ins Passiv ausweichen. Im Polnischen fällt etwas anderes auf, im Arabischen wieder etwas anderes. Im Arabischen ist das klarste Signal eine Präposition, die aus der Übersetzung durchrutscht. Sie zeigt, dass niemand den Text geschrieben hat, sondern dass jemand ihn übersetzt hat.
Die Listen für neun Sprachen haben wir einzeln erstellt, mit den Stilhandbüchern dieser Sprachen und Diskussionen unter Redakteuren. Die Listen selbst veröffentlichen wir nicht, sie gehören zu der Arbeit, die wir Kunden verkaufen. Die eigentliche Erkenntnis hier ist ohnehin nicht die Liste: Die englische Liste zu übersetzen funktioniert nicht.
Der gemeinsame Punkt: tel ist in jeder Sprache das Muster, das man sich am leichtesten merkt. Das Modell hat dieses Muster gelernt, weil es in Texten am häufigsten vorkommt.
Messen ist nicht Lesen
Mit der Liste reicht manuelles Lesen nicht mehr aus. Es sind 150 Seiten. Deshalb zählt ein Skript die Muster. Das kam dabei heraus:
EN · 15 Seiten · 13028 Wörter · sauber DE · 15 Seiten · 11968 Wörter · sauber FR · 15 Seiten · 13947 Wörter · sauber ES · 15 Seiten · 13298 Wörter · sauber IT · 15 Seiten · 13276 Wörter · sauber NL · 15 Seiten · 12730 Wörter · sauber PL · 15 Seiten · 11937 Wörter · sauber RU · 15 Seiten · 11544 Wörter · sauber AR · 15 Seiten · 11254 Wörter · sauber Auffälligkeiten gesamt: 0
Fehler im Tool: Es drückt den Text in eine Zeile
Beim ersten Prüflauf lösten die deutschen Seiten eine Warnung zu Strichen im Fließtext aus. Der Text war korrekt. Das Werkzeug irrte sich. Beim Auslesen des HTML ersetzte es Tags durch Leerzeichen. Dadurch landete die Seite in einer einzigen Zeile. Das Zeichen zwischen einem Label und seiner Erklärung wirkte nun wie ein Teil des Fließtexts.
s = re.sub(r'<[^>]+>', '\n', s) # Tag = Blockgrenze
Zweiter Fehlalarm: polnische Anführungszeichen
Polnisch-Prüfung ” wertete das Zeichen als KI-Spur. Im Polnischen ist es aber genau das schließende Anführungszeichen: „…”. Das Tool versteht also die richtig markierte die Schreibweise als Fehler.
Die Regel wurde enger gefasst: Das englische Anführungszeichen im polnischen Text ist wirklich ein Zeichen, nicht das schließende Zeichen der Sprache. Diese Lektion kam auf dieser Site schon zum zweiten Mal: auch im Accessibility Audit war jede vierte Warnung kein echter Treffer. Wenn du den Text korrigierst, bevor du das Tool korrigierst, machst du das Richtige kaputt.
Eine bestandene Prüfung macht einen Text noch nicht gut
Null Verstöße bedeuten nicht, dass ein Text gut ist. Sie zeigen nur, dass keine bekannten Muster vorkommen. Ein Text kann jede Prüfliste bestehen und trotzdem leblos klingen.
Dafür gibt es den Check: Er findet Übersehenes und verhindert, dass sich ein Muster still über hundertfünfzig Seiten zieht. Ob der Text wirklich lesbar ist, entscheidet weiter ein Mensch, der die Sprache spricht. Das Tool ersetzt diese Entscheidung nicht. Es spart Zeit.
Wie dieselbe Disziplin beim Produkt aussieht AdForge schreibt Anzeigentexte Sieh dir die Seite an: Dort muss jeder generierte Text vor dem Veröffentlichen einen Grenzwert schaffen.